Pressemeldungen
Re: Pressemeldungen
Prometheus hat geschrieben:
>
> aber eine übernahme von einem Grosskonzern der die komplette DNA eines
> clubs auslöscht und neu erfindet wäre für mich persönlich DER Albtraum.
>
Nun dieser Prozess läuft doch schon seit Jahren schleichend bei uns und das ohne Grosskonzern.
Schau mal schon nur auf das gebotene auf dem Eis, mit DNA und Philosophie was den SCB über Jahrzehnte ausmachte hat das mittlerweile rein gar nichts mehr zu tun.
All die Zürcher im Hintergrund arbeiten eben auch fleissig mit die DNA zu zerstören.
>
> aber eine übernahme von einem Grosskonzern der die komplette DNA eines
> clubs auslöscht und neu erfindet wäre für mich persönlich DER Albtraum.
>
Nun dieser Prozess läuft doch schon seit Jahren schleichend bei uns und das ohne Grosskonzern.
Schau mal schon nur auf das gebotene auf dem Eis, mit DNA und Philosophie was den SCB über Jahrzehnte ausmachte hat das mittlerweile rein gar nichts mehr zu tun.
All die Zürcher im Hintergrund arbeiten eben auch fleissig mit die DNA zu zerstören.
Re: Pressemeldungen
Man hat schon stichhaltigeres gelesen, was die Probleme des SCB betrifft...
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Paul Coffey
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Re: Pressemeldungen
Es wird der "Top of Europe Schlittschuh Club Bern" 
Re: Pressemeldungen
@Grinder
Könntest du mal, damit wir vom gleichen Reden, die SCB DNA kurz beschreiben....danke....
Könntest du mal, damit wir vom gleichen Reden, die SCB DNA kurz beschreiben....danke....
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Prometheus
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Re: Pressemeldungen
Ich wurde zwar nicht markiert aber ich gebe jetzt trotzdem eine kleine Ode an den SCB
ich kann nicht widerstehen
was die SCB DNA für mich persönlich Bedeutet und was ich unter dem Phänomen SCB Verstehe
Wenn ich an den SCB denke dann kommt mir mein erster matchbesuch in den sinn
anno dazumal als kleiner Knirps, mit der Gotte und meinem Vater noch vor dem umbau auf den Stehplätzen hinter dem Tor
es war atemberaubend
die Aufregung, das knistern vor dem spiel, dann der erste Bernermarsch
Das aus sich raus können und den emotionen freien lauf lassen.
des erste mal echo mit schreien (Dazumal wars auch noch ein Echo zwischen den zwei Rampen)
am ende des abends war ich das erste mal verliebt
nach einem 8-1 gegen Gotteron.
Ich bekam damals meinen ersten Schaal von meinem Vater geschenkt
NR 71. Bordeleau
Von da an ging es los
Durch die unregelmässigen Arbeitszeiten und das sehr begrenzte budget waren die besuchten spiele selten
aber jedesmal ein highligt
Wenns irgendiwe ging überredete ich meinen vater um mit mir an spiele zu gehen
wenns dann finanziell oder zeittechnisch nicht reichte und ein match übertragen wurde so schaute ich halt vor dem Flimmerkasten meinen helden zu
Tränen flossen wenns bescheiden lief, Ekstase erfüllte mich wenn ein sieg raus schaute
ein paar jahre später bekam mein vater von der Amag 2 sitzplatztickets geschenkt
direkt hinter der gegnerischen strafbank
gegen den EVZ durfte ein zuger in der letzten minute bei gleichstand auf die Strafbank
die emotionen damals habe ich noch immer im gedächtnis.
ich wurde älter und als ich dann selber geld verdiente mit wochenjop und später in der Lehre, lages auch mal drin das zugticket zu zahlen und alleine an einen match zu gehen.
Freunde Kamen und gingen
Bekanntschaften wurden geschlossen.
Mit mir veränderte sich der SCB über die jahre
Alte Lieblings Spieler spielten auf einmal bei Gotteron (Gamache) oder Biel (Bordeleau)
Die Stimmung wurde schlechter, soweit das Flyer verteilt wurden welche zum mitmachen animierten
Demgegenüber
der erste Meistertitel den ich live miterlebte und wegen dem ich am nächsten tag die autofahrstunde verpennte.
die unsägliche finalisima gegen den ZSC mit dem gegentor 1.5 sec vor schluss (der schmerzt immernoch)
über all die jahre in denen ich teils regelmässiger teils selten in die Almend kam,
blieb der SCB und die Emotionen die er auslöste
Mittlerweile bin ich selber götti und durfte auch schon mit dem göttibuäb mit am match sein.
Die Emotionen sind geblieben
noch immer ist ein scb match für mich ein emotionales aus sich raus können
noch immer bekomme ich gänsehaut wenn der bernermarsch so richtig durch den tempel donnert und alle mitmachen.
Die Freude bei einem guten spiel und einem sieg
und noch immer fühle ich die Niedergeschlagenheit, Wut oder auch leere bei einer Niederlage.
Der SCB steht für mich für Emotionen.
Für Erinnerungen an Vergangene Zeiten und für Erinnerungen welche ich hoffentlich noch meinem göttibueb oder meinen eigenen Kindern bescheren darf.
Der SCB Verändert sich
das tat er schon immer
Seis mit der Ankunft von Sven Leuenberger (Der auch längst nicht ohne Kritiker war zu seiner zeit)
seis nun in der Sportlich schwierigen zeit.
Solange das Logo und die Farben noch ein stück dieser Erinnerungen in sich tragen, Solange ist es mein SCB.
Solange ich in den Tempel pilgere und dabei automatisch an meinen ersten matchbesuch denke, Solange ist es mein SCB.
Solange ich auf der Rampe stehe und mir die haare ausraufe ab teils scheiss Auftritten oder auch mich überschwänglich mit freunden und bekannten freue über jedes Goal
Solange ist es mein SCB.
Wenn nun aber der Name und das Logo Verschwinden.
so wird für mich aus dem Herzens Klub ein austauschbarer verein wie jeder andere.
Natürlich
Wenn mein Vater nun Zug, Langnau oder was auch immer fan gewesen wäre,
so hätte mich vielleicht dieser verein gepackt
doch es war nunmal der SCB
ich kann nicht widerstehen
was die SCB DNA für mich persönlich Bedeutet und was ich unter dem Phänomen SCB Verstehe
Wenn ich an den SCB denke dann kommt mir mein erster matchbesuch in den sinn
anno dazumal als kleiner Knirps, mit der Gotte und meinem Vater noch vor dem umbau auf den Stehplätzen hinter dem Tor
es war atemberaubend
die Aufregung, das knistern vor dem spiel, dann der erste Bernermarsch
Das aus sich raus können und den emotionen freien lauf lassen.
des erste mal echo mit schreien (Dazumal wars auch noch ein Echo zwischen den zwei Rampen)
am ende des abends war ich das erste mal verliebt
nach einem 8-1 gegen Gotteron.
Ich bekam damals meinen ersten Schaal von meinem Vater geschenkt
NR 71. Bordeleau
Von da an ging es los
Durch die unregelmässigen Arbeitszeiten und das sehr begrenzte budget waren die besuchten spiele selten
aber jedesmal ein highligt
Wenns irgendiwe ging überredete ich meinen vater um mit mir an spiele zu gehen
wenns dann finanziell oder zeittechnisch nicht reichte und ein match übertragen wurde so schaute ich halt vor dem Flimmerkasten meinen helden zu
Tränen flossen wenns bescheiden lief, Ekstase erfüllte mich wenn ein sieg raus schaute
ein paar jahre später bekam mein vater von der Amag 2 sitzplatztickets geschenkt
direkt hinter der gegnerischen strafbank
gegen den EVZ durfte ein zuger in der letzten minute bei gleichstand auf die Strafbank
die emotionen damals habe ich noch immer im gedächtnis.
ich wurde älter und als ich dann selber geld verdiente mit wochenjop und später in der Lehre, lages auch mal drin das zugticket zu zahlen und alleine an einen match zu gehen.
Freunde Kamen und gingen
Bekanntschaften wurden geschlossen.
Mit mir veränderte sich der SCB über die jahre
Alte Lieblings Spieler spielten auf einmal bei Gotteron (Gamache) oder Biel (Bordeleau)
Die Stimmung wurde schlechter, soweit das Flyer verteilt wurden welche zum mitmachen animierten
Demgegenüber
der erste Meistertitel den ich live miterlebte und wegen dem ich am nächsten tag die autofahrstunde verpennte.
die unsägliche finalisima gegen den ZSC mit dem gegentor 1.5 sec vor schluss (der schmerzt immernoch)
über all die jahre in denen ich teils regelmässiger teils selten in die Almend kam,
blieb der SCB und die Emotionen die er auslöste
Mittlerweile bin ich selber götti und durfte auch schon mit dem göttibuäb mit am match sein.
Die Emotionen sind geblieben
noch immer ist ein scb match für mich ein emotionales aus sich raus können
noch immer bekomme ich gänsehaut wenn der bernermarsch so richtig durch den tempel donnert und alle mitmachen.
Die Freude bei einem guten spiel und einem sieg
und noch immer fühle ich die Niedergeschlagenheit, Wut oder auch leere bei einer Niederlage.
Der SCB steht für mich für Emotionen.
Für Erinnerungen an Vergangene Zeiten und für Erinnerungen welche ich hoffentlich noch meinem göttibueb oder meinen eigenen Kindern bescheren darf.
Der SCB Verändert sich
das tat er schon immer
Seis mit der Ankunft von Sven Leuenberger (Der auch längst nicht ohne Kritiker war zu seiner zeit)
seis nun in der Sportlich schwierigen zeit.
Solange das Logo und die Farben noch ein stück dieser Erinnerungen in sich tragen, Solange ist es mein SCB.
Solange ich in den Tempel pilgere und dabei automatisch an meinen ersten matchbesuch denke, Solange ist es mein SCB.
Solange ich auf der Rampe stehe und mir die haare ausraufe ab teils scheiss Auftritten oder auch mich überschwänglich mit freunden und bekannten freue über jedes Goal
Solange ist es mein SCB.
Wenn nun aber der Name und das Logo Verschwinden.
so wird für mich aus dem Herzens Klub ein austauschbarer verein wie jeder andere.
Natürlich
Wenn mein Vater nun Zug, Langnau oder was auch immer fan gewesen wäre,
so hätte mich vielleicht dieser verein gepackt
doch es war nunmal der SCB
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Re: Pressemeldungen
Roman Josi zum SCB zurück? Nicht unmöglich
!
Vielleicht kann jemand das Interview von Vater Josi von heute posten.
Vielleicht kann jemand das Interview von Vater Josi von heute posten.
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Prometheus
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Re: Pressemeldungen
Interview im Tagesanzeiger
https://www.tagesanzeiger.ch/roman-josi-vater-peter-ueber-1000-nhl-spiele-seines-sohnes-310142965350
Peter Josi, was macht es mit einem Vater, wenn der Sohn einen 72-Millionen-Vertrag unterschreibt?
Kindheit, Lehre, Ängste, besondere Momente und der SCB-Traum. Vor dem 1000. NHL-Spiel seines Sohnes Roman erzählt Peter Josi von einer grossen Karriere aus der Elternsicht.
Roman Josi steht vor einem bedeutenden Meilenstein: 1000 NHL-Spiele. Erst als zweiter Schweizer nach Nino Niederreiter wird der frühere SCB-Junior am Donnerstag beim Heimspiel seiner Nashville Predators gegen die Ottawa Senators diese seltene Marke erreichen. Sein Vater Peter wird in den USA vor Ort sein, hier im Interview spricht er über Romans besondere Karriere und die Herausforderungen einer Familie mit prominentem Kind.
1000 NHL-Spiele Ihres Sohnes Roman. Was geht dem Vater da durch den Kopf?
Unglaublich! Diese Zahl zeigt einerseits, was er erreicht hat – man weiss, was es alles braucht. Und andererseits, wie schnell die Zeit vergeht. 15 Jahre ist er schon in Nordamerika. Ich bin glücklich, dass er immer noch gesund ist.
Können Sie sich an sein allererstes Spiel erinnern?
Nicht exakt. Ich habe bloss noch die Bilder im Kopf, wie er bei den Bambini mit den anderen Kindern auf dem Eis ist. Wo das genau war, bin ich nicht ganz sicher. Wahrscheinlich neben dem Stadion in Bern.
Das erste NHL-Spiel?
Es war am 25. November 2011, ich war an jenem Abend an einem Lenny-Kravitz-Konzert in Zürich. Und ich wusste, dass ich unbedingt rechtzeitig zu Hause sein muss für das Spiel um 2 Uhr.
Normalerweise werden in der NHL die Eltern eingeladen fürs erste Spiel.
Die Zeit war zu knapp. Er wurde kurzfristig von seinem AHL-Team hochgeholt, darum reichte es nicht mehr für die Reise.
Schauen Sie bis heute jedes Spiel?
Ja, aber im Gegensatz zu seiner Mutter Doris nicht mehr live. Ich schaue die Partien frühmorgens zeitversetzt, ohne das Resultat nachzuschauen.
Fiebern Sie immer noch stark mit?
In der ersten Saison war ich jede Sekunde angespannt. Mittlerweile kann ich die Spiele geniessen. Auch, weil ich seine Art zu spielen gut kenne. Ich habe grosses Vertrauen, dass er weiss, wie er harten Bodychecks auf dem offenen Eisfeld aus dem Weg gehen kann und dass er auch entlang der Banden intelligent spielt.
Erzählen Sie vom kleinen Roman!
Er war aufgeweckt, lustig, fast immer sehr gut gelaunt. Und er hat immer gut auf die Eltern gehört. (lacht) Roman ging in Bern mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Yannick in die Eishockeyschule. Was lustig ist: Roman hörte bald wieder auf, weil er Fussball spielen wollte. Zum Hockey kehrte er wegen Yannick zurück.
Hätten Sie ihn lieber im YB- statt SCB-Trikot gesehen?
Ich war Fussballer, darum war mir der Wechsel damals nicht unsympathisch. (lacht) Aber am Ende spielte es natürlich keine Rolle, was er spielt. Das sollten die Kinder selbst entscheiden.
Bezüglich Aufwand ist es ein Unterschied, ob Eishockey oder Fussball.
Beim Eishockey ist er riesig. Es gibt nicht in fast jedem Dorf ein Feld. Und bei den Jüngsten gab es noch keine Teambusse, also fuhren die Eltern die Kinder im ganzen Land herum. Dazu kommt noch die teure Ausrüstung.
Die Eltern müssen zurückstecken?
Man muss diesem Hobby der Kinder alles unterordnen, finanziell und zeitlich. Es gab während der Saison kein Wochenende ohne Spiel oder Turnier. Wir waren immer unterwegs. Gab es ausnahmsweise einen freien Sonntag, haben wir so richtig relaxt.
Wann merkten Sie, dass Eishockey für Roman viel mehr als nur Spass sein könnte?
Als er etwa zehn war. Die Trainer setzten auf ihn, er durfte ab da auch immer eine Stufe höher mitspielen. Da dachten wir: Aus Roman könnte ein NLA-Spieler werden. (lacht)
Zweifelten Sie je, ob der Spitzensport der richtige Weg ist?
Nein, da er einen riesigen Enthusiasmus hatte. Gedanken machten wir uns höchstens am Anfang der Profikarriere, als schwere Verletzungen wie Gehirnerschütterungen dazukamen. Da bekamen wir schon Respekt vor dem Spiel.
Der Moment, als bewusst wurde, dass es gar mehr als nur eine NLA-Karriere sein könnte, beschrieb Nino Niederreiters Vater einst so: «Als die Agenten aus ihren Löchern kamen.» Tönt das vertraut?
Ja. Vor allem, als er 17 war und der NHL-Draft ein Thema wurde. Plötzlich gab es einen Hype, und die Agenten, inklusive jene in Nordamerika, bemühten sich um ihn.
Wie ist es für die Eltern, wenn beide Brüder Eishockey spielen, sich aber alles nur um einen dreht?
Das ist eine schwierige Herausforderung. Roman konnte eine wunderbare Karriere hinlegen und sich ein finanzielles Polster anlegen, während Yannick das nicht erleben konnte.
Haben Sie Yannick hin und wieder auch bewusst in den Vordergrund gestellt?
Das haben wir schon probiert. Wenn wir unter uns waren, war das sowieso kein Problem. Schwieriger war es, wenn auch andere Leute dazukamen und dann immer nur Roman das Thema war. Das passiert heute noch. Und es gab eine weitere Herausforderung: Du willst nicht nur beiden Söhnen gerecht werden, sondern auch ihren Partnerinnen. Es darf sich nicht immer alles nur um Eishockey drehen.
Ein schwieriger Moment für beide war die Scheidung der Eltern. Yannick war 13, Jahre später sagte er in einem Interview aber: «Sie haben es unglaublich gut gelöst. Wir bekamen nie Streit zu sehen. Auch später war der Umgang respektvoll. Wir litten nicht darunter.» Gaben Sie sich besonders Mühe, die Kinder nicht zu belasten?
Wir haben es sicher versucht. Roman half auch seine Passion fürs Eishockey, um durch diese schwierige Zeit zu kommen. Yannick eigentlich auch, aber er kam da in eine Phase des Rebellierens. Vielleicht nicht bloss der Scheidung wegen. Es kam da vieles auf einmal zusammen. Auch der Erfolg Romans, während Yannick bald mit dem Eishockey aufhörte. Wir haben ihn da immer gestützt und ihn spüren lassen, dass er stets willkommen ist.
Das sind hinter einer grossen Story wie jene Romans typische Geschichten, die für die meisten verborgen bleiben.
Ja. Es ist wirklich schwierig. Fälle wie jener der drei Hughes-Brüder in der NHL, alles Topspieler, sind selten. Unserer ist häufiger. Damit musst du in der Familie umgehen können. Ich muss aber auch betonen, wie hervorragend es zwischen Roman und Yannick funktioniert, sie haben es wirklich sehr gut miteinander.
In welchen Momenten hat Ihnen Roman vor allem gefehlt?
An jedem Geburtstag, Weihnachten, Ostern. Immer, wenn die Familie zusammenkommt. Genauso, wie wir ihm dann auch fehlen. Das ist ein Opfer, das seine Karriere mit sich bringt.
Nino Niederreiter konnte in den letzten 15 Jahren nur zweimal Weihnachten mit den Eltern feiern. Er wollte lange sogar, dass sie dann in der Schweiz bleiben, damit das traditionelle Zusammenkommen der ganzen Familie nicht seinetwegen verunmöglicht wird.
Ja, es ist kompliziert. Ich verstehe gleichzeitig, dass auch Roman beim strengen NHL-Spielplan in diesen zwei, drei Tagen seine Privatsphäre mit den Angehörigen braucht. So schön es auch für ihn wäre, die ganze Familie in Nashville zu haben.
Niederreiter löste ein kleines Familiendrama aus, als er mit 17 eigenhändig die Lehre abbrach, um in die kanadische Juniorenliga zu gehen. Waren Sie froh, dass Roman erst mit 20 nach Nordamerika ging?
Ja. Und für seine Entwicklung waren die zusätzlichen Jahre beim SCB auch gut. In seiner letzten Saison hier spielte er wie von einem anderen Stern. Aber die Diskussionen um die Lehre hatten wir auch. Auch Roman brach seine KV-Sportlerlehre bei der Postfinance ab, und da waren auch wir überfordert. Wir mussten einsehen, dass eine Lehre und Einsätze und Trainings mit den U18-, U20- und NLA-Teams einfach zu viel ist. Er hatte gar keine Zeit mehr für die Ausbildung. Die schulischen Leistungen begannen zu leiden, dazu kam der zusätzliche Druck mit Weiterbildungskursen.
Wie gingen Sie damit um?
Es kam zum grossen Tisch mit Sportchef und Ausbildner des SCB, Vertreter der Postfinance, wo er die KV-Sportlerlehre angefangen hatte, und uns. Am Ende sagten wir: Sport oder Lehre! Das war eine schwierige Entscheidung, weil wir ja keine Garantie für eine erfolgreiche Sportlerkarriere hatten. Auch wenn wir wegen des guten Schulsystems in der Schweiz überzeugt waren, dass er den Tritt wieder finden würde, fühlten wir uns als Eltern ein wenig allein gelassen. Und ich stelle fest, dass sich da bis heute nicht viel geändert hat.
Wie oft haben Sie noch Kontakt?
Wir versuchen, zwei- bis dreimal im Monat miteinander zu reden. Wir vertreten ihn in der Schweiz auch in Gremien oder bei Anfragen für Investitionen. Aber es ist nicht einfach wegen der Zeitverschiebung. Und er ordnet alles seinem Rhythmus unter: Ruhezeit, Meditation, Essen mit der Familie. Da bleibt oft nur ein kurzes Zeitfenster für ein Telefonat.
Ist dann Eishockey ein Thema?
Ich versuche, es klein zu halten. Aber ich möchte nach besonders guten Spielen auch gern loben und bei Problemen darüber diskutieren. Wie zum Beispiel nach den Gehirnerschütterungen oder der ganzen Geschichte rund um das POT-Syndrom (seltene Störung des autonomen Nervensystems, die Red.), das nach der letzten Saison bei Roman diagnostiziert wurde. Da spürte ich, dass bei ihm Zweifel an der Fortsetzung der Karriere aufkamen.
Niederreiter vermisst die Unbeschwertheit jener Zeiten, als Eishockey noch ein Hobby war. Inwiefern hat sich Roman verändert?
Das dürfte auch bei ihm zutreffen. Auch er sagt mir oft, dass sich in der NHL zu vieles ums Geld drehe. Vor allem, als er 2017 Captain der Predators wurde, spürte er zusätzlichen Druck. Darauf musste er sich auch mental einstellen. Er veränderte sein Training, begann mit Meditation, fand zum Yoga und dank seiner Ehefrau den Zugang zum Glauben. All das hat ihn gelassener gemacht. Die Verspieltheit, das Kind im Manne hat er sich aber bewahrt. Ich denke, dass das auch auf dem Eis noch aufblitzt.
«Roman Josi unterschreibt 72-Millionen-Dollar-Vertrag». Was macht so eine Schlagzeile mit dem Vater?
Das ist eine unglaubliche Zahl. Und etwas, das man sich nie erträumt hätte. So etwas musst du zuerst verarbeiten. Was man oft vergisst: 40 bis 45 Prozent gehen sofort weg für Steuern, Gebühren, Kosten für private Therapien etc. Und so viel Geld ist auch mit Verantwortung verbunden. Was mich und Doris am meisten stolz macht: Er ist trotz dieses Einkommens immer noch der Roman, der er immer war. Er nimmt sich regelmässig Zeit für andere. Zum Beispiel, wenn Bekannte nach Nashville reisen.
Werden Sie beim 1000. Spiel dabei sein?
Ja, die Feierlichkeiten sind aber erst zwei Tage später, vor dem 1001. Spiel geplant. Die Nashville Predators handhaben das so.
Die USA produzieren immer verrücktere Nachrichten. Sorgen Sie sich?
Ja, natürlich. Wenn wir über dieses Thema diskutieren, sagt Roman jeweils, dass er vor Ort nicht derart viel Extremes mitbekomme. Wovor ich immer Respekt habe, ist die Situation der Familien in den USA. Ich kenne solche, die nun in zwei Lager gespalten sind. Als Europäer dort mittendrin zu sein, kann schwierig werden. Ich vermeide dann jegliche politische Diskussionen.
Roman hat Ihnen diverse emotionale Momente beschert. Welche stechen neben diesem 1000. Spiel hervor?
Sehr viele. Der Meistertitel mit Bern 2010 nach seiner Supersaison. Der erste NHL-Vertrag. Das erste NHL-Spiel. Der erste «richtige» NHL-Vertrag nach dem Ablauf des ersten Standardvertrags. Natürlich der Playoff-Final gegen Pittsburgh 2017, als in Nashville gleichzeitig die Country Music Awards stattfanden. Unglaublich, was da abging und wie viele Leute in der Stadt waren. Die erste WM-Silbermedaille 2013.
Wie hat Romans Karriere Sie persönlich verändert?
Ich habe einen noch grösseren Respekt vor den Spielern und ihrem Aufwand. Im mentalen Bereich konnte ich zudem von Roman Techniken lernen, die man auch als Nichtsportler anwenden kann. Atemtechnik, positives Denken, die Vergangenheit hinter sich lassen und nach vorn schauen.
Auch Sie wurden gelassener?
Ich war immer schon eher gelassen. (lacht) Aber in Krisensituationen im Unternehmen oder im Alltag merke ich, dass ich noch entspannter geworden bin.
Es kam bei Roman bisher erst zweimal vor. Wie aber reagiert der Vater, wenn der Sohn in einen Faustkampf gerät?
Ich hoffe immer, dass sie sich nicht hart am Kopf treffen. Vor dem Fight gegen Brad Marchand dachte ich: «Den schaffst du!» (lacht) Bei Mark Stone hingegen: «Oh-oh, lieber nicht …»
Was sagen Sie, wenn Eltern Sie nach Rat betreffend Spitzensport fragen?
Zwingt das Kind nie dazu, etwas zu tun. Es muss alles aus freien Stücken passieren. Wenn es an einem Tag nicht mag, dann redet darüber! Und versucht nicht, aus eurem Kind etwas zu machen, das ihr selbst verpasst habt.
Apropos nicht mehr mögen: Wie war es, als Yannick mit dem Eishockey aufhören wollte?
Wir ermutigten ihn schon, weiterzumachen. Aber er wollte wirklich nicht mehr. Er sagte auch, dass sich bei ihm nicht wie bei Roman immer nur noch alles um Eishockey drehen soll. Sondern, dass er auch leben will. Wir hätten als Eltern dagegenhalten können, aber das wäre falsch gewesen. Also akzeptierten wir es.
Beides geht nicht …
Nein. Roman hatte da schon sehr viele Entbehrungen.
1000 NHL-Spiele bedeutet auch, dass die Karriere sich langsam dem Ende entgegen neigt. Wie lange sehen Sie ihn noch spielen?
Er wird 38 sein, wenn sein Vertrag ausläuft. Ich bin sicher, dass er den erfüllt. Was nachher kommt, ist schwierig abzuschätzen, auch wenn ich mir durchaus vorstellen kann, dass er als Verteidiger noch mit 40 spielt.
Träumen Sie davon, Ihren Sohn zum Abschluss nochmals beim SCB spielen zu sehen?
Das wäre toll! Darüber haben wir schon oft geredet. Lange war es für ihn kein Thema, weil er fand, dass er nur verlieren könne – das Eishockey in der Schweiz ist schliesslich auch sehr gut. Seit er Vater geworden ist, kann er sich das aber vielleicht eher vorstellen: mit den Kindern für ein Jahr in die Schweiz zu ziehen und hier zu spielen. Doch ob er das wirklich noch machen wird? Das weiss ich nicht.
Welche Botschaft haben Sie für sein 1000. Spiel?
Riesenrespekt vor seiner Leistung! Es sind ja nicht nur die 1000 Spiele, sondern so vieles mehr abseits des Eisfelds. All die Disziplin, all die Entbehrungen. Natürlich hat er dafür einen sehr guten Lohn erhalten. Aber am Ende ist das Geld zweitrangig. Es geht um den Menschen, der seinen Körper für diesen Sport aufgeopfert hat. Und Respekt, wie gut er mit seiner Karriere umgegangen ist! Darum hat er es so weit gebracht.
https://www.tagesanzeiger.ch/roman-josi-vater-peter-ueber-1000-nhl-spiele-seines-sohnes-310142965350
Peter Josi, was macht es mit einem Vater, wenn der Sohn einen 72-Millionen-Vertrag unterschreibt?
Kindheit, Lehre, Ängste, besondere Momente und der SCB-Traum. Vor dem 1000. NHL-Spiel seines Sohnes Roman erzählt Peter Josi von einer grossen Karriere aus der Elternsicht.
Roman Josi steht vor einem bedeutenden Meilenstein: 1000 NHL-Spiele. Erst als zweiter Schweizer nach Nino Niederreiter wird der frühere SCB-Junior am Donnerstag beim Heimspiel seiner Nashville Predators gegen die Ottawa Senators diese seltene Marke erreichen. Sein Vater Peter wird in den USA vor Ort sein, hier im Interview spricht er über Romans besondere Karriere und die Herausforderungen einer Familie mit prominentem Kind.
1000 NHL-Spiele Ihres Sohnes Roman. Was geht dem Vater da durch den Kopf?
Unglaublich! Diese Zahl zeigt einerseits, was er erreicht hat – man weiss, was es alles braucht. Und andererseits, wie schnell die Zeit vergeht. 15 Jahre ist er schon in Nordamerika. Ich bin glücklich, dass er immer noch gesund ist.
Können Sie sich an sein allererstes Spiel erinnern?
Nicht exakt. Ich habe bloss noch die Bilder im Kopf, wie er bei den Bambini mit den anderen Kindern auf dem Eis ist. Wo das genau war, bin ich nicht ganz sicher. Wahrscheinlich neben dem Stadion in Bern.
Das erste NHL-Spiel?
Es war am 25. November 2011, ich war an jenem Abend an einem Lenny-Kravitz-Konzert in Zürich. Und ich wusste, dass ich unbedingt rechtzeitig zu Hause sein muss für das Spiel um 2 Uhr.
Normalerweise werden in der NHL die Eltern eingeladen fürs erste Spiel.
Die Zeit war zu knapp. Er wurde kurzfristig von seinem AHL-Team hochgeholt, darum reichte es nicht mehr für die Reise.
Schauen Sie bis heute jedes Spiel?
Ja, aber im Gegensatz zu seiner Mutter Doris nicht mehr live. Ich schaue die Partien frühmorgens zeitversetzt, ohne das Resultat nachzuschauen.
Fiebern Sie immer noch stark mit?
In der ersten Saison war ich jede Sekunde angespannt. Mittlerweile kann ich die Spiele geniessen. Auch, weil ich seine Art zu spielen gut kenne. Ich habe grosses Vertrauen, dass er weiss, wie er harten Bodychecks auf dem offenen Eisfeld aus dem Weg gehen kann und dass er auch entlang der Banden intelligent spielt.
Erzählen Sie vom kleinen Roman!
Er war aufgeweckt, lustig, fast immer sehr gut gelaunt. Und er hat immer gut auf die Eltern gehört. (lacht) Roman ging in Bern mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Yannick in die Eishockeyschule. Was lustig ist: Roman hörte bald wieder auf, weil er Fussball spielen wollte. Zum Hockey kehrte er wegen Yannick zurück.
Hätten Sie ihn lieber im YB- statt SCB-Trikot gesehen?
Ich war Fussballer, darum war mir der Wechsel damals nicht unsympathisch. (lacht) Aber am Ende spielte es natürlich keine Rolle, was er spielt. Das sollten die Kinder selbst entscheiden.
Bezüglich Aufwand ist es ein Unterschied, ob Eishockey oder Fussball.
Beim Eishockey ist er riesig. Es gibt nicht in fast jedem Dorf ein Feld. Und bei den Jüngsten gab es noch keine Teambusse, also fuhren die Eltern die Kinder im ganzen Land herum. Dazu kommt noch die teure Ausrüstung.
Die Eltern müssen zurückstecken?
Man muss diesem Hobby der Kinder alles unterordnen, finanziell und zeitlich. Es gab während der Saison kein Wochenende ohne Spiel oder Turnier. Wir waren immer unterwegs. Gab es ausnahmsweise einen freien Sonntag, haben wir so richtig relaxt.
Wann merkten Sie, dass Eishockey für Roman viel mehr als nur Spass sein könnte?
Als er etwa zehn war. Die Trainer setzten auf ihn, er durfte ab da auch immer eine Stufe höher mitspielen. Da dachten wir: Aus Roman könnte ein NLA-Spieler werden. (lacht)
Zweifelten Sie je, ob der Spitzensport der richtige Weg ist?
Nein, da er einen riesigen Enthusiasmus hatte. Gedanken machten wir uns höchstens am Anfang der Profikarriere, als schwere Verletzungen wie Gehirnerschütterungen dazukamen. Da bekamen wir schon Respekt vor dem Spiel.
Der Moment, als bewusst wurde, dass es gar mehr als nur eine NLA-Karriere sein könnte, beschrieb Nino Niederreiters Vater einst so: «Als die Agenten aus ihren Löchern kamen.» Tönt das vertraut?
Ja. Vor allem, als er 17 war und der NHL-Draft ein Thema wurde. Plötzlich gab es einen Hype, und die Agenten, inklusive jene in Nordamerika, bemühten sich um ihn.
Wie ist es für die Eltern, wenn beide Brüder Eishockey spielen, sich aber alles nur um einen dreht?
Das ist eine schwierige Herausforderung. Roman konnte eine wunderbare Karriere hinlegen und sich ein finanzielles Polster anlegen, während Yannick das nicht erleben konnte.
Haben Sie Yannick hin und wieder auch bewusst in den Vordergrund gestellt?
Das haben wir schon probiert. Wenn wir unter uns waren, war das sowieso kein Problem. Schwieriger war es, wenn auch andere Leute dazukamen und dann immer nur Roman das Thema war. Das passiert heute noch. Und es gab eine weitere Herausforderung: Du willst nicht nur beiden Söhnen gerecht werden, sondern auch ihren Partnerinnen. Es darf sich nicht immer alles nur um Eishockey drehen.
Ein schwieriger Moment für beide war die Scheidung der Eltern. Yannick war 13, Jahre später sagte er in einem Interview aber: «Sie haben es unglaublich gut gelöst. Wir bekamen nie Streit zu sehen. Auch später war der Umgang respektvoll. Wir litten nicht darunter.» Gaben Sie sich besonders Mühe, die Kinder nicht zu belasten?
Wir haben es sicher versucht. Roman half auch seine Passion fürs Eishockey, um durch diese schwierige Zeit zu kommen. Yannick eigentlich auch, aber er kam da in eine Phase des Rebellierens. Vielleicht nicht bloss der Scheidung wegen. Es kam da vieles auf einmal zusammen. Auch der Erfolg Romans, während Yannick bald mit dem Eishockey aufhörte. Wir haben ihn da immer gestützt und ihn spüren lassen, dass er stets willkommen ist.
Das sind hinter einer grossen Story wie jene Romans typische Geschichten, die für die meisten verborgen bleiben.
Ja. Es ist wirklich schwierig. Fälle wie jener der drei Hughes-Brüder in der NHL, alles Topspieler, sind selten. Unserer ist häufiger. Damit musst du in der Familie umgehen können. Ich muss aber auch betonen, wie hervorragend es zwischen Roman und Yannick funktioniert, sie haben es wirklich sehr gut miteinander.
In welchen Momenten hat Ihnen Roman vor allem gefehlt?
An jedem Geburtstag, Weihnachten, Ostern. Immer, wenn die Familie zusammenkommt. Genauso, wie wir ihm dann auch fehlen. Das ist ein Opfer, das seine Karriere mit sich bringt.
Nino Niederreiter konnte in den letzten 15 Jahren nur zweimal Weihnachten mit den Eltern feiern. Er wollte lange sogar, dass sie dann in der Schweiz bleiben, damit das traditionelle Zusammenkommen der ganzen Familie nicht seinetwegen verunmöglicht wird.
Ja, es ist kompliziert. Ich verstehe gleichzeitig, dass auch Roman beim strengen NHL-Spielplan in diesen zwei, drei Tagen seine Privatsphäre mit den Angehörigen braucht. So schön es auch für ihn wäre, die ganze Familie in Nashville zu haben.
Niederreiter löste ein kleines Familiendrama aus, als er mit 17 eigenhändig die Lehre abbrach, um in die kanadische Juniorenliga zu gehen. Waren Sie froh, dass Roman erst mit 20 nach Nordamerika ging?
Ja. Und für seine Entwicklung waren die zusätzlichen Jahre beim SCB auch gut. In seiner letzten Saison hier spielte er wie von einem anderen Stern. Aber die Diskussionen um die Lehre hatten wir auch. Auch Roman brach seine KV-Sportlerlehre bei der Postfinance ab, und da waren auch wir überfordert. Wir mussten einsehen, dass eine Lehre und Einsätze und Trainings mit den U18-, U20- und NLA-Teams einfach zu viel ist. Er hatte gar keine Zeit mehr für die Ausbildung. Die schulischen Leistungen begannen zu leiden, dazu kam der zusätzliche Druck mit Weiterbildungskursen.
Wie gingen Sie damit um?
Es kam zum grossen Tisch mit Sportchef und Ausbildner des SCB, Vertreter der Postfinance, wo er die KV-Sportlerlehre angefangen hatte, und uns. Am Ende sagten wir: Sport oder Lehre! Das war eine schwierige Entscheidung, weil wir ja keine Garantie für eine erfolgreiche Sportlerkarriere hatten. Auch wenn wir wegen des guten Schulsystems in der Schweiz überzeugt waren, dass er den Tritt wieder finden würde, fühlten wir uns als Eltern ein wenig allein gelassen. Und ich stelle fest, dass sich da bis heute nicht viel geändert hat.
Wie oft haben Sie noch Kontakt?
Wir versuchen, zwei- bis dreimal im Monat miteinander zu reden. Wir vertreten ihn in der Schweiz auch in Gremien oder bei Anfragen für Investitionen. Aber es ist nicht einfach wegen der Zeitverschiebung. Und er ordnet alles seinem Rhythmus unter: Ruhezeit, Meditation, Essen mit der Familie. Da bleibt oft nur ein kurzes Zeitfenster für ein Telefonat.
Ist dann Eishockey ein Thema?
Ich versuche, es klein zu halten. Aber ich möchte nach besonders guten Spielen auch gern loben und bei Problemen darüber diskutieren. Wie zum Beispiel nach den Gehirnerschütterungen oder der ganzen Geschichte rund um das POT-Syndrom (seltene Störung des autonomen Nervensystems, die Red.), das nach der letzten Saison bei Roman diagnostiziert wurde. Da spürte ich, dass bei ihm Zweifel an der Fortsetzung der Karriere aufkamen.
Niederreiter vermisst die Unbeschwertheit jener Zeiten, als Eishockey noch ein Hobby war. Inwiefern hat sich Roman verändert?
Das dürfte auch bei ihm zutreffen. Auch er sagt mir oft, dass sich in der NHL zu vieles ums Geld drehe. Vor allem, als er 2017 Captain der Predators wurde, spürte er zusätzlichen Druck. Darauf musste er sich auch mental einstellen. Er veränderte sein Training, begann mit Meditation, fand zum Yoga und dank seiner Ehefrau den Zugang zum Glauben. All das hat ihn gelassener gemacht. Die Verspieltheit, das Kind im Manne hat er sich aber bewahrt. Ich denke, dass das auch auf dem Eis noch aufblitzt.
«Roman Josi unterschreibt 72-Millionen-Dollar-Vertrag». Was macht so eine Schlagzeile mit dem Vater?
Das ist eine unglaubliche Zahl. Und etwas, das man sich nie erträumt hätte. So etwas musst du zuerst verarbeiten. Was man oft vergisst: 40 bis 45 Prozent gehen sofort weg für Steuern, Gebühren, Kosten für private Therapien etc. Und so viel Geld ist auch mit Verantwortung verbunden. Was mich und Doris am meisten stolz macht: Er ist trotz dieses Einkommens immer noch der Roman, der er immer war. Er nimmt sich regelmässig Zeit für andere. Zum Beispiel, wenn Bekannte nach Nashville reisen.
Werden Sie beim 1000. Spiel dabei sein?
Ja, die Feierlichkeiten sind aber erst zwei Tage später, vor dem 1001. Spiel geplant. Die Nashville Predators handhaben das so.
Die USA produzieren immer verrücktere Nachrichten. Sorgen Sie sich?
Ja, natürlich. Wenn wir über dieses Thema diskutieren, sagt Roman jeweils, dass er vor Ort nicht derart viel Extremes mitbekomme. Wovor ich immer Respekt habe, ist die Situation der Familien in den USA. Ich kenne solche, die nun in zwei Lager gespalten sind. Als Europäer dort mittendrin zu sein, kann schwierig werden. Ich vermeide dann jegliche politische Diskussionen.
Roman hat Ihnen diverse emotionale Momente beschert. Welche stechen neben diesem 1000. Spiel hervor?
Sehr viele. Der Meistertitel mit Bern 2010 nach seiner Supersaison. Der erste NHL-Vertrag. Das erste NHL-Spiel. Der erste «richtige» NHL-Vertrag nach dem Ablauf des ersten Standardvertrags. Natürlich der Playoff-Final gegen Pittsburgh 2017, als in Nashville gleichzeitig die Country Music Awards stattfanden. Unglaublich, was da abging und wie viele Leute in der Stadt waren. Die erste WM-Silbermedaille 2013.
Wie hat Romans Karriere Sie persönlich verändert?
Ich habe einen noch grösseren Respekt vor den Spielern und ihrem Aufwand. Im mentalen Bereich konnte ich zudem von Roman Techniken lernen, die man auch als Nichtsportler anwenden kann. Atemtechnik, positives Denken, die Vergangenheit hinter sich lassen und nach vorn schauen.
Auch Sie wurden gelassener?
Ich war immer schon eher gelassen. (lacht) Aber in Krisensituationen im Unternehmen oder im Alltag merke ich, dass ich noch entspannter geworden bin.
Es kam bei Roman bisher erst zweimal vor. Wie aber reagiert der Vater, wenn der Sohn in einen Faustkampf gerät?
Ich hoffe immer, dass sie sich nicht hart am Kopf treffen. Vor dem Fight gegen Brad Marchand dachte ich: «Den schaffst du!» (lacht) Bei Mark Stone hingegen: «Oh-oh, lieber nicht …»
Was sagen Sie, wenn Eltern Sie nach Rat betreffend Spitzensport fragen?
Zwingt das Kind nie dazu, etwas zu tun. Es muss alles aus freien Stücken passieren. Wenn es an einem Tag nicht mag, dann redet darüber! Und versucht nicht, aus eurem Kind etwas zu machen, das ihr selbst verpasst habt.
Apropos nicht mehr mögen: Wie war es, als Yannick mit dem Eishockey aufhören wollte?
Wir ermutigten ihn schon, weiterzumachen. Aber er wollte wirklich nicht mehr. Er sagte auch, dass sich bei ihm nicht wie bei Roman immer nur noch alles um Eishockey drehen soll. Sondern, dass er auch leben will. Wir hätten als Eltern dagegenhalten können, aber das wäre falsch gewesen. Also akzeptierten wir es.
Beides geht nicht …
Nein. Roman hatte da schon sehr viele Entbehrungen.
1000 NHL-Spiele bedeutet auch, dass die Karriere sich langsam dem Ende entgegen neigt. Wie lange sehen Sie ihn noch spielen?
Er wird 38 sein, wenn sein Vertrag ausläuft. Ich bin sicher, dass er den erfüllt. Was nachher kommt, ist schwierig abzuschätzen, auch wenn ich mir durchaus vorstellen kann, dass er als Verteidiger noch mit 40 spielt.
Träumen Sie davon, Ihren Sohn zum Abschluss nochmals beim SCB spielen zu sehen?
Das wäre toll! Darüber haben wir schon oft geredet. Lange war es für ihn kein Thema, weil er fand, dass er nur verlieren könne – das Eishockey in der Schweiz ist schliesslich auch sehr gut. Seit er Vater geworden ist, kann er sich das aber vielleicht eher vorstellen: mit den Kindern für ein Jahr in die Schweiz zu ziehen und hier zu spielen. Doch ob er das wirklich noch machen wird? Das weiss ich nicht.
Welche Botschaft haben Sie für sein 1000. Spiel?
Riesenrespekt vor seiner Leistung! Es sind ja nicht nur die 1000 Spiele, sondern so vieles mehr abseits des Eisfelds. All die Disziplin, all die Entbehrungen. Natürlich hat er dafür einen sehr guten Lohn erhalten. Aber am Ende ist das Geld zweitrangig. Es geht um den Menschen, der seinen Körper für diesen Sport aufgeopfert hat. Und Respekt, wie gut er mit seiner Karriere umgegangen ist! Darum hat er es so weit gebracht.
Re: Pressemeldungen
Liniger wäre zu haben.
. Hoffe er kommt nicht zu Bern.
Re: Pressemeldungen
Eagleman hat geschrieben:
> Liniger wäre zu haben.
. Hoffe er kommt
> nicht zu Bern.
Von mir aus kann Hanspeter Latour Trainer werden, aber bitte, bitte keinen aus dem hohen Norden!
> Liniger wäre zu haben.
> nicht zu Bern.
Von mir aus kann Hanspeter Latour Trainer werden, aber bitte, bitte keinen aus dem hohen Norden!
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Prometheus
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Re: Pressemeldungen
Filander fände ich ehrlichgesagt noch interessant.
Ich würde mich zwar tödlich über dumme 1. pässe aufregen aber wenigstens wäre das spiel etwas offensiver
ausserdem hat er in Biel gezeigt das er auch mal gestandene Spieler auf die Tribüne verdammt.
Gibt sicherlich bessere Kandidaten
aber ganz sicher auch schlechtere
Ich würde mich zwar tödlich über dumme 1. pässe aufregen aber wenigstens wäre das spiel etwas offensiver
ausserdem hat er in Biel gezeigt das er auch mal gestandene Spieler auf die Tribüne verdammt.
Gibt sicherlich bessere Kandidaten
aber ganz sicher auch schlechtere