Stadiongastronomie

Themen rund um den SCB.
don
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Stadiongastronomie

Beitrag von don » So 7. Nov 2021, 11:17

Liebes Sportgastro-Team

Wir sitzen seit Jahrzehnten an den Heimspielen des SCB und verpflegen uns an den Verkaufsständen im Stadionbauch mit Pommes Frites, Weisswurst, Bäre-Zipfel, Chili con carne und Hamburger etc. Diese Verpflegung hat immer zum Stadionbesuch dazu gehört und war Teil des Erlebnisses SCB.

Mit Betonung auf "war".

In den letzten Jahren wurde immer mal wieder etwas angepasst. Hier ein neues Produkt. Da ein neues Geschirr. Leider immer mehr oder weniger offensichtlich zu Lasten Gast. Wir haben uns das alles gefallen lassen und sahen unsere Konsumation auch als Support für den SCB.
Die Anpassungen nach dem grossen Corona-Break haben aber das Fass zum überlaufen gebracht. Die Folge ist, wir kommen neuerdings grundsätzlich verpflegt an die Spiele oder verpflegen uns nach dem Spiel ausserhalb des Stadions.
Der Stadionbesuch wurde dadurch, unabhängig vom sportlich gebotenem auf dem Eis, deutlich unattraktiver.

Konkrete Beispiele:
- Das Hamburger-Bun ist neu ein billig Bun ohne Sesam - bei gleichem Preis
- Das Chili kommt in neuer Verpackung. Portionengrösse geschätzt 20% kleiner. Wenn man vom Chili-Olivenöl aufs Chili gibt wird man vom Verkaufspersonal freundlich darauf hingewiesen, dass dies ausschliesslich für die Pizza sei. Da spührt man, in welche Richtung es geht.
- Pommes Frites kommen in neuer Verpackung. Portionengrösse geschätzt 40% kleiner.
- Sauce für Pommes Frites oder Bärenzipfel kommen neu einzeln abgepackt (Thema Nachhaltigkeit hat die Sportgastro wohl noch nicht erreicht). Die Saucenmenge reicht nicht aus. Die Einzelverpackung ist für den Kunden sehr unpraktisch. Mehrere Saucen sind noch unpraktischer und werden sowieso nicht abgegeben.
- Der Senf zur Weisswurst ist neu ein Billigsenf, der mit süssem Weisswurstsenf etwa soviel zu tun hat wie die aktuelle SCB-Mannschaft mit dem Titelkampf.

Es gäbe noch weitere Beispiele.

Ebenso wie die Leiter der Sportgastro habe ich die Hotelfachschule in Thun abgeschlossen. Ich kenne die Branchenkennzahlen und auch die strukturellen Probleme der Branche.
Die Zitrone wurde nun aber so stark ausgepresst, dass das Produkt leider ungeniessbar wurde.

Schade!

Talisker
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Re: Stadiongastronomie

Beitrag von Talisker » So 7. Nov 2021, 11:51

....als ich an den ersten paar Spielen diese Saison jeweils einen Hot-Dog bestellte, bekam ich ein einzelnes Wienerli, ein ganzes Brötchen und eine kleine Packung Senf oder Ketchup, das Ganze in einem Papiersack. Das Wienerli musste man sich selber in das Brötchen operieren (...d.h. Brötchen von Hand auftrennen...) und dann Senf oder Ketchup so verteilen, dass man sich möglichst nicht bekleckert. Beim 1en Mal dachte ich, dass dies ja mal passieren könne, vermutlich waren die an der Bestellung, Zubereitung und Einkassierung beteiligten Mitarbeitenden noch nicht in die Mysterien der Hot-Dog Zubereitung eingeweiht, hatten das Sommertraining verpasst oder sowas ähnliches. Beim 2en Mal staunte ich schon etwas mehr, aber gut, auf dem Eis klappt ja trotz täglichem Training auch vieles nicht, also kann man nach einer einjährigen Coronapause und bloss einem Heimspiel noch nicht reklamieren. Danach "löschte" es mir aber ab, und nun isst man halt - wenn es fliegend sein muss - anderswo etwas. Nicht dass die Stadiongastronomie vorher irgendwelche Stricke zerrissen hätte, aber mit der Konsumation will (oder wollte...) man ja auch den SCB unterstützen.

Ich kann mich bei der Beurteilung nicht auf berufliche Kenntnisse wie Don abstützen, trotzdem stellt sich dem gastrotechnischen Laien die Frage, ob man nach der sportlichen Abteilung nun auch noch die gastronomische an die Wand fahren muss. Ich hätte für die "gespendeten" 2'200.- Stutz letzte Saison lieber auf meinen Namen auf irgendwelchen Tafeln verzichtet, bzw. dies gegen ein minimales Niveau bei der Verpflegung eingetauscht.

Sensuna
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Re: Stadiongastronomie

Beitrag von Sensuna » So 7. Nov 2021, 11:58

Leider muss ich der Kritik auch zustimmen, denn ich bekam diese Saison bereits mehrfach lauwarme Speisen (gestern zB eine Pizza, welche mehr kalt als warm war...) oder steinharte Burger serviert.

Wieso die Qualität derart abnahm, bleibt mir aber ein Rätsel, an den Anzahl Bestellungen kann es hierbei ja nicht liegen.

Wie auch die Vorschreiber bereits sagten, muss man sich effektiv die Frage stellen, ob man sich nicht besser vor oder nach dem Spiel anderswo verpflegt...

Paul Coffey
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Re: Stadiongastronomie

Beitrag von Paul Coffey » So 7. Nov 2021, 12:03

Ich bringe den Masochismus, um mir den Sportgastro-Müll an den Ständen anzutun, schon ziemlich lange nicht mehr auf. Ohne natürlich diebezüglich zu missionieren, ist für mich, der auf Frischküche steht, zuhause so ziemlich alles selber macht und deshalb auch die "Ich-kaufe- alles-in-der-Prodega"-Restaurants nicht besucht, etwas vom Stand im Stadion maximal eine Notlösung. Aber was da von Don an "Optimierung" beschrieben wird ist aus meiner Sicht schlicht Verarschung des Kunden. Es ist ja jetzt nicht so, dass die Produkte an den Ständen besonders preiswert sind, oder?

Sensuna
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Re: Stadiongastronomie

Beitrag von Sensuna » So 7. Nov 2021, 12:29

Paul Coffey hat geschrieben:
> Ich bringe den Masochismus, um mir den Sportgastro-Müll an den Ständen
> anzutun, schon ziemlich lange nicht mehr auf. Ohne natürlich diebezüglich
> zu missionieren, ist für mich, der auf Frischküche steht, zuhause so
> ziemlich alles selber macht und deshalb auch die "Ich-kaufe-
> alles-in-der-Prodega"-Restaurants nicht besucht, etwas vom Stand im
> Stadion maximal eine Notlösung. Aber was da von Don an
> "Optimierung" beschrieben wird ist aus meiner Sicht schlicht
> Verarschung des Kunden. Es ist ja jetzt nicht so, dass die Produkte an den
> Ständen besonders preiswert sind, oder?

Nein, die Preise befinden sich wohl so im oberen Mittelfeld, wenn man alle NLA-Teams zum Vergleich heranzieht. Ein besonders günstiges Angebot fällt mir aber so spontan keines ein.

Das wäre aber alles halb so tragisch, wenn die Qualität stetig und auf einem gewissen Standart wäre.

sbangerter
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Re: Stadiongastronomie

Beitrag von sbangerter » So 7. Nov 2021, 16:40

Die M-Budget Lösung funktioniert in der Gastronomie genau so wenig wie auf dem Eis. Hat Lüthi einfach noch nicht begriffen. Die gleichen Qualitätsmängel stelle ich bspw. seit Jahren im Buitoni bzw. neu Restaurant Swiss Black Angus Grill fest. Das Personal bringt es nicht fertig, eine heisse Ovo oder ein Kaffee Lutz so zu produzieren oder zu servieren, dass es geniessbar ist. Offenbar bereitet der Service die Getränke für den eigenen Tisch jeweils selber vor. Kein zentraler Ausschank und somit viel Raum für Kreativität :mrgreen:. Eine Katastrophe. Gestern Abend servierte man uns einen Kaffee Lutz ohne Alkohol und Zucker. Nach der Rücknahme bekamen wir von einer anderen Fachkraft ein helles Getränke mit Wasser, Zucker und viel Schnaps. Zwar trinkbar, aber definitiv kein Kaffee Lutz. Beim letzten Versuch bekamen wir Kaffee, Schnaps aber kein Zucker. :twisted: Man durfte dann selber nachzuckern. Das ist das Niveau der heutigen SCB Sportgastro und meine Kollegen und ich haben nun dieselben Schlüsse gezogen wie die Vorschreiber. Wenn wir schon Geld ausgeben für Essen vor dem Spiel, sicher nicht mehr in den Betrieben des SCB. Die Pausenkonsumation wird auf ein Minimum reduziert (in jedem 3. Spiel sind die Schümlipflümli tatsächlich geniessbar) und nach dem Spiel trinken wir etwas in der Stadt. Es hat genug Beizen im Breitsch, welche den Kunden nicht nur abzocken und auf Qualität noch etwas Wert legen. Der SCB ist unter ML auf einem extrem gefährlichen Pfad. "Chole Marc" spart den Verein derzeit zu Tode und die Fan- und Kundenzufriedenheit ist im Moment offenbar egal. Hohe Preise, wenig Leistung, schlechter Service und keine Qualität. Das erinnert mich an die Gastronomie in den touristischen Hochburgen wie Benidorm oder Mallorca. Funktioniert nur, wenn man unendliche Kundenströme hat und nicht darauf angewiesen ist, dass die Gäste jemals zurückkommen. Ist bei einem Verein mit Stadion wohl die schlechteste Strategie überhaupt.
Nun könnte man ja argumentieren, dass der SCB nicht primär ein Gastro-, sondern ein Sportunternehmen ist und man über gewisse Mängel und fehlende Professionalität in den Beizen hinwegschauen sollte. Leider reflektiert sich diese Haltung bekanntlich auch im sportlichen Bereich und wir sind im Moment genau dort, wo wir leistungsmässig hingehören.

Unter ML hat sich der Sparwahn mittlerweile zu einem veritablen Rohrkrepierer entwickelt. Die "Geiz ist geil Philsophie" kann langfristig nicht nachhaltig sein. Die SCB Fans wollen ja ihren Verein unterstützen und sind gerne bereit, ein paar Franken mehr zu investieren. Aber nur dann, wenn eben auch die Qualität stimmt und man nicht nach jedem Matchbesuch mit einem Gefühl nach Hause geht, dass man als zahlender Zuschauer und Gastrokonsument primär in die Rolle der "Milchkuh" gedrängt wird. Ganz nach dem Motto: Mein Stadion, meine Regeln: Ich sage, was auf den Tisch kommt und was euch schmeckt. Und wenn euch der Service oder die Qualität nicht passt, müsst ihr ja nichts konsumieren.

Lieber Marc Lüthi: es wäre an der Zeit das Szepter zu übergeben. Danke für die guten Jahre, aber bevor die Titanic wegen des falschen Kurses noch ganz absäuft, wäre es nun Zeit für einen neuen Kapitän.
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Re: Stadiongastronomie

Beitrag von Veteran » So 7. Nov 2021, 17:45

@sbangerter
Nichts Neues unter der Sonne…
Offenbare Mängel in der Gastronomie (PS Anzahl Unzufriedene im PB ist nicht representativ) gerade wieder als Anlass zu nehman den CEO zum Rücktritt aufzufordern, ist für mich „Stammtischniveau“, sorry.
Selbstverständlich kann man den subjektiv wahrgenommenen Mängel dem Leistunserbringer als Mangel kundtun…aber im gleichen Atemzug ein jahrelang erfolgreiche Führung gleich zum Abgang zu drängen, finde ich sowieso eine komische Verknüpfung zweier Sachverhalte- immerhin gibt es zwischen dem CEO und dem Gastrbereich noch eine Sportgastroleitung…

Innerspace
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Re: Stadiongastronomie

Beitrag von Innerspace » So 7. Nov 2021, 17:51

Kann man die Dienste wie z.B dem Beaf Steak House in der Stadt überhaupt vergleichen mit dem Stadionfood? Im Stadion arbeiten Stundenlöhner, welche mehrheitlich nichts mit Gastronomie zu tun haben.
Die Qualität der Produkte ist natürlich ein anderes Thema.

Sensuna
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Re: Stadiongastronomie

Beitrag von Sensuna » So 7. Nov 2021, 17:59

Innerspace hat geschrieben:
> Kann man die Dienste wie z.B dem Beaf Steak House in der Stadt überhaupt
> vergleichen mit dem Stadionfood? Im Stadion arbeiten Stundenlöhner, welche
> mehrheitlich nichts mit Gastronomie zu tun haben.
> Die Qualität der Produkte ist natürlich ein anderes Thema.

Nein kann man nicht, die Anspruchshaltung ist hier aber auch nicht die selbe.

Die geäusserte Kritik soll jetzt aber nicht als "es läuft sportlich nicht top, also trollen wir doch auch noch die restlichen Bereiche" angesehen werden.

Man darf bei einem Verein (bei einem der sich mit Gastronomie quersubventioniert umso mehr...) dennoch eine gewisse Verpflegungsqualität im Stadion erwarten.

sbangerter
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Re: Stadiongastronomie

Beitrag von sbangerter » So 7. Nov 2021, 18:05

@Veteran: bin froh, dass Deine Meinung repräsentativ ist. Ansonsten habe wir ja unsere Konsequenzen gezogen. Wenn Du gerne schales Pausenbier, steinharte Burger oder Kaffee Lutz ohne Kaffee trinkst, kannst Du dies ja gerne weiter tun. Jedem sein Geschmack, Herr Oberlehrer - und ja, auch "Stammtischplauderis" haben tw. mehrere Sitzplatzabos und früher regelmässig viel Geld bei der SCB Gastro liegengelassen. Wenn der Verein darauf nicht angewiesen ist, dann wird es ihm ja finanziell wohl ziemlich gut gehen.
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