Pressemeldungen
Re: Pressemeldungen
Dube headcoach in Biel.
Re: Pressemeldungen
Eagleman hat geschrieben:
> Dube headcoach in Biel.
Der wird in Biel keinen Erfolg feiern.
Und in Bern braucht es keine Experimente mehr. Die hatten wir seit Corona mit Schelling, RR, Nachbaur und Lundsgok genügend.
> Dube headcoach in Biel.
Der wird in Biel keinen Erfolg feiern.
Und in Bern braucht es keine Experimente mehr. Die hatten wir seit Corona mit Schelling, RR, Nachbaur und Lundsgok genügend.
Re: Pressemeldungen
BaerenFan hat geschrieben:
> Eagleman hat geschrieben:
> > Dube headcoach in Biel.
> Der wird in Biel keinen Erfolg feiern.
Und was macht Dich da so sicher? Ich würde diese Aussage jedenfalls mit sehr viel Vorsicht anschauen und nicht unterschreiben.
Ich jedenfalls bin sehr gespannt, was Dubé aus diesem dank altersbedingten, aber auch unnötig erzwungenen Abgängen diverser Leistungsträger, welche dann auch nicht wirklich 1:1 ersetzt worden sind (und der Trainer darf es dann ausbaden), eher geschwächten Kader noch herausholen wird.
> Eagleman hat geschrieben:
> > Dube headcoach in Biel.
> Der wird in Biel keinen Erfolg feiern.
Und was macht Dich da so sicher? Ich würde diese Aussage jedenfalls mit sehr viel Vorsicht anschauen und nicht unterschreiben.
Ich jedenfalls bin sehr gespannt, was Dubé aus diesem dank altersbedingten, aber auch unnötig erzwungenen Abgängen diverser Leistungsträger, welche dann auch nicht wirklich 1:1 ersetzt worden sind (und der Trainer darf es dann ausbaden), eher geschwächten Kader noch herausholen wird.
Re: Pressemeldungen
greenie hat geschrieben:
> BaerenFan hat geschrieben:
> > Eagleman hat geschrieben:
> > > Dube headcoach in Biel.
> > Der wird in Biel keinen Erfolg feiern.
>
> Und was macht Dich da so sicher? Ich würde diese Aussage jedenfalls mit sehr viel
> Vorsicht anschauen und nicht unterschreiben.
> Ich jedenfalls bin sehr gespannt, was Dubé aus diesem dank altersbedingten, aber auch
> unnötig erzwungenen Abgängen diverser Leistungsträger, welche dann auch nicht
> wirklich 1:1 ersetzt worden sind (und der Trainer darf es dann ausbaden), eher
> geschwächten Kader noch herausholen wird.
Auf welchen Klub, dessen Name mir gerade entfallen ist, trifft dies zu? Etwas mit "B" jedenfalls...
> BaerenFan hat geschrieben:
> > Eagleman hat geschrieben:
> > > Dube headcoach in Biel.
> > Der wird in Biel keinen Erfolg feiern.
>
> Und was macht Dich da so sicher? Ich würde diese Aussage jedenfalls mit sehr viel
> Vorsicht anschauen und nicht unterschreiben.
> Ich jedenfalls bin sehr gespannt, was Dubé aus diesem dank altersbedingten, aber auch
> unnötig erzwungenen Abgängen diverser Leistungsträger, welche dann auch nicht
> wirklich 1:1 ersetzt worden sind (und der Trainer darf es dann ausbaden), eher
> geschwächten Kader noch herausholen wird.
Auf welchen Klub, dessen Name mir gerade entfallen ist, trifft dies zu? Etwas mit "B" jedenfalls...
Re: Pressemeldungen
Aus dem BZ Interview mit ML!
Sie selbst zeigten sich unlängst gegenüber einem Mäzen offen.
Zur Zukunft kann ich mich nicht äussern, das liegt nun in den Händen von Jürg Fuhrer und seiner Crew. Wir haben eine Grundhaltung, die bernisch ist. Ich wurde gefragt, an wen ich meine Aktien verkauft habe. An den Club. Sie werden sie weitergeben. Sicher gehen sie nicht zu Red Bull oder etwas Ähnlichem. Sie wollten uns vor rund 30 Jahren kaufen, nach der Überprüfung kam ein Nein mit der Bemerkung: Viel zu starke Marke.
Sie selbst zeigten sich unlängst gegenüber einem Mäzen offen.
Zur Zukunft kann ich mich nicht äussern, das liegt nun in den Händen von Jürg Fuhrer und seiner Crew. Wir haben eine Grundhaltung, die bernisch ist. Ich wurde gefragt, an wen ich meine Aktien verkauft habe. An den Club. Sie werden sie weitergeben. Sicher gehen sie nicht zu Red Bull oder etwas Ähnlichem. Sie wollten uns vor rund 30 Jahren kaufen, nach der Überprüfung kam ein Nein mit der Bemerkung: Viel zu starke Marke.
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WalterWhite
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Re: Pressemeldungen
https://www.bernerzeitung.ch/scb-marc-luethi-spricht-ueber-ruecktritt-und-seine-karriere-467467019372
Kann das interview jmd posten bitte?
Kann das interview jmd posten bitte?
Re: Pressemeldungen
Don't ask ich hab keinen Zugang dazu
Es ist das Ende einer Ära: 1998 übernahm Marc Lüthi den SCB als Sanierungsfall und rettete ihn vor dem Ruin. Seither formte er den Club zum wirtschaftlichen Krösus (60 Mio. Umsatz), holte sechs Titel und machte Bern zur Zuschauer-Hauptstadt Europas. Nach 28 Jahren übergibt der 64-Jährige Ende April als SCB-CEO an Jürg Fuhrer.
Marc Lüthi, manche fragen schon: Werden Sie künftig Waldorf oder Statler aus der Muppet-Show sein?
ML: (lacht) Das weiss ich doch nicht. Ich habe die Show ewig nicht mehr gesehen. Ich habe bisher geflucht und werde mich auch nächste Saison enervieren können, wenn die Mannschaft schlecht spielt.
Sie betonten, Sie wollten auf keinen Fall zum Erich Vogel von GC werden.
ML: Das war nicht böse gemeint, aber es kann nicht sein, dass Journalisten mich anrufen und mich fragen, was denn nun beim SCB schiefläuft.
Aber Marc Lüthi und sich zurückhalten – geht das?
ML: Ich werde mich hüten, gegen aussen etwas zu sagen. Wenn Sie mich nach einem Spiel fragen, wie ich es fand, würde ich offen und ehrlich antworten. Aber über die Führung des Unternehmens oder andere Themen diskutiere ich bestimmt nicht.
Sie besuchen also weiterhin die Spiele?
ML: Ich habe bereits erste Einladungen zu Auswärtspartien erhalten. In 28 Jahren habe ich kaum eines verpasst. Wer über Trainerentlassungen, Spielertransfers und Ähnliches entscheidet, muss sich ein Bild machen können. Ich sah das als meine Pflicht an. Hätte ich dieses Jahr nur die Heimspiele gesehen, hätte ich graue Haare und eingefallene Wangen. Zum Glück haben wir auswärts nur gewonnen.
Wie war das Aufwachen am Tag nach der Bekanntgabe Ihres Rücktritts?
ML: Gut. Als ich meinen Entschluss intern kommunizierte, hatte ich Angst, was nun mit mir passiert. Am nächsten Morgen wachte ich erleichtert auf und wusste: Es war der richtige Entscheid.
Wann begann der Rücktritt, in Ihnen zu reifen?
ML: Als erste Diskussionen im Verwaltungsrat über langfristige Projekte aufkamen. Dann ging es schnell. Ich habe 28 Jahre nicht für mich, sondern für den SCB gearbeitet. Der Club stand im Vordergrund. Was in mir gereift ist: Die Version Marc Lüthi 2.0 war klar weniger gut als Version 1.0.
Sie hätten doch nach Ihrer Rückkehr 2023 als CEO in Ihre alte Rolle schlüpfen können?
ML: Nein, weil ich wusste, dass ich aufhören werde. Wären die erwähnten Diskussionen nicht aufgekommen, hätte ich womöglich ein Jahr länger gemacht. Aber in mir entstand immer mehr das Gefühl: Du bist nicht mehr so gut. Du bist nicht mehr du selbst.
Sie hätten sich aufs Stadionprojekt beschränken können.
ML: Nein, das geht eben nicht. Die Lehre aus der Geschichte mit Raeto Raffainer zeigt: Jemand, der so lange dabei war, der muss einfach weg. Sonst kann Neues nicht erblühen. Deshalb sagte ich nach meiner Rückkehr damals: Wenn ich das nächste Mal gehe, dann endgültig.
Es gibt Leute, die behaupten, solange Sie sich noch in den Sport einmischten, lief es dem SCB.
ML; Mir wird gesagt, dass man heute gewisse Dinge nicht mehr so handhaben kann wie vor zehn Jahren. Das mag sein. Aber klare Worte, klare Haltungen und Leadership haben noch nie geschadet. Meine Meinung.
Wie oft standen Sie kurz vor dem Explodieren?
ML: X-fach! Unter Version 1.0 hätte sich Trainer Jussi Tapola leider nicht so lange halten können. Er hat einen hervorragenden Job gemacht, aber irgendwann ging es einfach nicht mehr. Er hat die Jungs verloren. Ich werfe niemandem etwas vor, ausser mir selbst, dass ich als Version 2.0 zurückgekommen bin. Aber es ging nicht anders. Mein Job war es, die Leute auf die Zeit nach mir vorzubereiten. Das beisst sich mit dem, was ich charakterlich bin. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo es wohl einen anderen Stil und definitiv einen anderen Kopf braucht.
Wie haben Sie Dampf abgelassen?
ML: Mit Velofahren, Yoga, Boxen.
Aber Sie sehen Ihre Rückkehr nicht als Fehler an?
ML: Nein. Damals stand niemand zur Verfügung. Jetzt haben wir mit Jürg Fuhrer seit zwei Jahren einen guten Mann im Verwaltungsrat.
Sie sagen: Neues und Marc Lüthi passen nicht zusammen. Warum nicht?
ML: Neues auf den Zeithorizont bezogen. Hey, mit 70 bin ich dann wahrscheinlich einfach zu alt.
Der amerikanische Präsident wird 80!
ML: Der ist definitiv zu alt!
Inwieweit spielte Ihre Gesundheit eine Rolle? Hat die im Jahr 2021 erlittene Hirnblutung Ihre Sicht auf das Leben verändert?
ML: Das hat mir nur kurzzeitig zu denken gegeben. Ich bin jemand, der nach vorne schaut. Ich spüre keine Nachwehen – zumindest nicht bewusst. Vielleicht behaupten andere etwas anderes.
Wie sind die Reaktionen ausgefallen?
ML: In den sozialen Medien gibt es anonyme Schreiber, die sich über mich beschweren. Aber mir kann man gerne mit Namen und Telefonnummer schreiben. Ich habe kein Problem mit Kritik. Wer in diesem Business bestehen will, braucht eine dicke Haut. Seit meinen Anfängen gilt: 30 Prozent finden mich gut, 30 Prozent halten mich für ein ******, und der Rest interessiert sich nicht für mich. In den Medien war ich schon der «König von Bern» und zwei Tage später der «Kaiser ohne Kleider». So what?
Und welche persönlichen Reaktionen haben Sie erhalten?
ML: Ich habe rund 250 Whatsapp-Nachrichten bekommen – alle positiv. Besonders gefreut hat mich die Nachricht von Leo (Leonardo Genoni, Anm. d. Red.), der sich bei mir bedankt hat. Es gab sogar Mitarbeitende, die in Tränen ausbrachen.
Wie sehr schmerzt es, den Club in einer sportlichen Krise zu übergeben?
ML: Ich weiss nicht, ob ich das tue. Es kann sich noch einiges ändern. Schaut man das Gesamtbild, gibt es Gründe, warum manches nicht funktionierte. Auch Verletzungen spielten eine Rolle: Acht Spiele mit sieben Spielern unter 23 Jahren, das gab es zuvor nie. Seit wir mehr oder weniger komplett spielen, sieht die Welt anders aus. Die Heimspiele trüben den Eindruck, sechsmal kein Tor – furchtbar.
Als Bub wollten Sie wie Mäni Weber sein. Wie viel Showmaster steckt in ihren 28 Jahren beim SCB?
ML: Viel. Wir sind im Showbusiness tätig – Untergruppe Sport, Untergruppe Eishockey. Während meiner Zeit war immer etwas Hollywood dabei. Nun lese ich, dass es weniger Hollywood sein soll. Das ist doch gut. Jeder soll seinen eigenen Weg gehen und seine Ideen verwirklichen können.
Sie waren bei Ihrer Amtsübernahme 37. Wenn Sie heute auf den jungen Marc Lüthi schauen – was denken Sie?
ML: Huere Penner! (lacht) Ich hatte keine Ahnung, machte Fehler, die auf keine Kuhhaut gehen. Aber ich lernte schnell und zog die richtigen Schlüsse, hatte die richtigen Menschen um mich herum. Fast alle Fehler machte ich nur einmal – aber furchtbare Fehler waren dabei, wie einmal, ohne Trainer dazustehen.
Wie lief das?
ML: Nach Rolf Bachmanns Abgang übernahm ich auch das Amt des Sportchefs. Ich stellte eine Mannschaft zusammen und war stolz, dass noch 150’000 Franken übrig blieben – nur um dann festzustellen, dass ich vergessen hatte, einen Trainer zu engagieren. Ein andermal sprang mir vier Wochen vor Saisonstart ein Ausländer ab. Ich rief den damaligen Spieler Christian Dubé an und fragte ihn, ob er einen Kollegen kenne, der verfügbar sei. Er hatte jemanden: Sébastien Bordeleau.
Dieses Team wurde 2004 Schweizer Meister.
ML: Zuerst ein grosser Dank an Gérald Métroz (Spieleragent, Anm. d. Red.). Er hat mich damals sehr uneigennützig unterstützt. Es war der schönste Titel, weil es mein erster war. Wir sind in Lugano fast durchgedreht, als Mike Maneluk ausgleichen konnte. Dann traf Marc Weber in der Overtime. Ein Journalist jagte mich von der Medientribüne, weil ich vor Nervosität ständig hin und her lief. Also verfolgte ich den Rest vom Medienraum aus. Als ich das Stadion verliess, zündete ich mir eine Zigarette an, bis André Rötheli in voller Montur vor mir stand und ebenfalls um eine Zigarette bat. Ich fragte ihn nur: Was, du rauchst?
Sie haben 21 Trainer begrüsst und verabschiedet. Waren so viele nötig?
ML: Ja, es führte zu sechs Meistertiteln. Der unangenehmste Moment war die Entlassung von Antti Törmänen. Ich mochte ihn. Es tat mir menschlich weh. Es gab Trainer, die ich viel einfacher schickte. Ihn nicht.
Müssten Sie sich bei jemandem entschuldigen?
ML: Gibt es bestimmt, aber da ich jemand bin, der selten zurückschaut, kann ich keine Namen nennen. Wahrscheinlich habe ich es aus Selbstschutz verdrängt.
Bei Schiedsrichter Stéphane Rochette zum Beispiel.
ML: Eher müsste er sich bei mir entschuldigen für den Mist, den er zusammengepfiffen hat. Gegen Davos verhängte er in der letzten Minute zwei Strafen für nichts und wieder nichts. Als er dann vom Eis kam und sich so arrogant verhielt, verpasste ich ihm vor den Augen der Journalisten eine. Die darauffolgende Schlagzeile lautete: «Der Traum aller Schwiegermütter schlägt zu».
Ein andermal verweigerten Sie den Schiedsrichtern das Essen.
ML: Das stimmt so nicht. Ich liess einen Korb mit Bananen in die Garderobe stellen. Es war so: Ich liess ihnen die Ausfahrtstickets wegnehmen, die Garderobentür verschliessen und gab die Anweisung, die Tür nicht mehr zu öffnen. Doch der Sicherheitsverantwortliche bekam weiche Knie und machte trotzdem auf. Ich wurde mit 2500 Franken gebüsst. Ich habe bezahlt, wollte dann aber vom Einzelrichter wissen, ob Bananen etwa kein Essen seien. Formaljuristisch musste er zugeben: Ich hatte recht. Also ein Fehlurteil.
Was werden Sie nun künftig machen?
ML: Das habe ich bewusst offengelassen. Ob journalistische Aufgaben, VR-Mandate oder ein Buch schreiben – ich habe tausend Ideen. Was ich sicher tun werde: im Mai oder Juni eine Woche lang allein verreisen. Das habe ich mit 35 schon einmal gemacht – eine Woche nachdenken. Ich will Zeit für mich haben, um mir klar zu werden, was ich will. Ich möchte weiterarbeiten, weil es mir Freude bereitet. Noch einmal etwas bewegen. Nur noch Golf spielen? Nein, danke!
Wo sehen Sie den SCB in 20 Jahren, oder was wünschen Sie sich?
ML: Ich hoffe, dass die aktuelle Baisse nicht mehr lange anhält. Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass der Club solide dasteht und weiterhin in Schweizer Hand bleibt.
Sie selbst zeigten sich unlängst gegenüber einem Mäzen offen.
ML: Zur Zukunft kann ich mich nicht äussern, das liegt nun in den Händen von Jürg Fuhrer und seiner Crew. Wir haben eine Grundhaltung, die bernisch ist. Ich wurde gefragt, an wen ich meine Aktien verkauft habe. An den Club. Sie werden sie weitergeben. Sicher gehen sie nicht zu Red Bull oder etwas Ähnlichem. Sie wollten uns vor rund 30 Jahren kaufen, nach der Überprüfung kam ein Nein mit der Bemerkung: Viel zu starke Marke.
Sie sind noch Präsident des European Hockey Club, eines Zusammenschlusses europäischer Profi-Eishockeyclubs.
ML: Die Schweizer Clubs haben mich für eine weitere zweijährige Amtsperiode nominiert. Das ist mir auch wichtig. Es kann nicht sein, dass diese Organisation komplett in schwedischer Hand ist. Ich möchte während meiner Zeit einen Nachfolger suchen, dann werde ich mich auch dort zurückziehen.
Dann wollen Sie gar nichts mehr mit Hockey zu tun haben?
ML: Operativ werde ich sicher nicht mehr tätig sein, und ich werde auch für keinen anderen Schweizer Club arbeiten. Aber ich bin offen für gute Ideen. Wenn zum Beispiel eine Anfrage für ein Mandat aus Deutschland kommt, könnte das durchaus interessant sein.
Es ist das Ende einer Ära: 1998 übernahm Marc Lüthi den SCB als Sanierungsfall und rettete ihn vor dem Ruin. Seither formte er den Club zum wirtschaftlichen Krösus (60 Mio. Umsatz), holte sechs Titel und machte Bern zur Zuschauer-Hauptstadt Europas. Nach 28 Jahren übergibt der 64-Jährige Ende April als SCB-CEO an Jürg Fuhrer.
Marc Lüthi, manche fragen schon: Werden Sie künftig Waldorf oder Statler aus der Muppet-Show sein?
ML: (lacht) Das weiss ich doch nicht. Ich habe die Show ewig nicht mehr gesehen. Ich habe bisher geflucht und werde mich auch nächste Saison enervieren können, wenn die Mannschaft schlecht spielt.
Sie betonten, Sie wollten auf keinen Fall zum Erich Vogel von GC werden.
ML: Das war nicht böse gemeint, aber es kann nicht sein, dass Journalisten mich anrufen und mich fragen, was denn nun beim SCB schiefläuft.
Aber Marc Lüthi und sich zurückhalten – geht das?
ML: Ich werde mich hüten, gegen aussen etwas zu sagen. Wenn Sie mich nach einem Spiel fragen, wie ich es fand, würde ich offen und ehrlich antworten. Aber über die Führung des Unternehmens oder andere Themen diskutiere ich bestimmt nicht.
Sie besuchen also weiterhin die Spiele?
ML: Ich habe bereits erste Einladungen zu Auswärtspartien erhalten. In 28 Jahren habe ich kaum eines verpasst. Wer über Trainerentlassungen, Spielertransfers und Ähnliches entscheidet, muss sich ein Bild machen können. Ich sah das als meine Pflicht an. Hätte ich dieses Jahr nur die Heimspiele gesehen, hätte ich graue Haare und eingefallene Wangen. Zum Glück haben wir auswärts nur gewonnen.
Wie war das Aufwachen am Tag nach der Bekanntgabe Ihres Rücktritts?
ML: Gut. Als ich meinen Entschluss intern kommunizierte, hatte ich Angst, was nun mit mir passiert. Am nächsten Morgen wachte ich erleichtert auf und wusste: Es war der richtige Entscheid.
Wann begann der Rücktritt, in Ihnen zu reifen?
ML: Als erste Diskussionen im Verwaltungsrat über langfristige Projekte aufkamen. Dann ging es schnell. Ich habe 28 Jahre nicht für mich, sondern für den SCB gearbeitet. Der Club stand im Vordergrund. Was in mir gereift ist: Die Version Marc Lüthi 2.0 war klar weniger gut als Version 1.0.
Sie hätten doch nach Ihrer Rückkehr 2023 als CEO in Ihre alte Rolle schlüpfen können?
ML: Nein, weil ich wusste, dass ich aufhören werde. Wären die erwähnten Diskussionen nicht aufgekommen, hätte ich womöglich ein Jahr länger gemacht. Aber in mir entstand immer mehr das Gefühl: Du bist nicht mehr so gut. Du bist nicht mehr du selbst.
Sie hätten sich aufs Stadionprojekt beschränken können.
ML: Nein, das geht eben nicht. Die Lehre aus der Geschichte mit Raeto Raffainer zeigt: Jemand, der so lange dabei war, der muss einfach weg. Sonst kann Neues nicht erblühen. Deshalb sagte ich nach meiner Rückkehr damals: Wenn ich das nächste Mal gehe, dann endgültig.
Es gibt Leute, die behaupten, solange Sie sich noch in den Sport einmischten, lief es dem SCB.
ML; Mir wird gesagt, dass man heute gewisse Dinge nicht mehr so handhaben kann wie vor zehn Jahren. Das mag sein. Aber klare Worte, klare Haltungen und Leadership haben noch nie geschadet. Meine Meinung.
Wie oft standen Sie kurz vor dem Explodieren?
ML: X-fach! Unter Version 1.0 hätte sich Trainer Jussi Tapola leider nicht so lange halten können. Er hat einen hervorragenden Job gemacht, aber irgendwann ging es einfach nicht mehr. Er hat die Jungs verloren. Ich werfe niemandem etwas vor, ausser mir selbst, dass ich als Version 2.0 zurückgekommen bin. Aber es ging nicht anders. Mein Job war es, die Leute auf die Zeit nach mir vorzubereiten. Das beisst sich mit dem, was ich charakterlich bin. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo es wohl einen anderen Stil und definitiv einen anderen Kopf braucht.
Wie haben Sie Dampf abgelassen?
ML: Mit Velofahren, Yoga, Boxen.
Aber Sie sehen Ihre Rückkehr nicht als Fehler an?
ML: Nein. Damals stand niemand zur Verfügung. Jetzt haben wir mit Jürg Fuhrer seit zwei Jahren einen guten Mann im Verwaltungsrat.
Sie sagen: Neues und Marc Lüthi passen nicht zusammen. Warum nicht?
ML: Neues auf den Zeithorizont bezogen. Hey, mit 70 bin ich dann wahrscheinlich einfach zu alt.
Der amerikanische Präsident wird 80!
ML: Der ist definitiv zu alt!
Inwieweit spielte Ihre Gesundheit eine Rolle? Hat die im Jahr 2021 erlittene Hirnblutung Ihre Sicht auf das Leben verändert?
ML: Das hat mir nur kurzzeitig zu denken gegeben. Ich bin jemand, der nach vorne schaut. Ich spüre keine Nachwehen – zumindest nicht bewusst. Vielleicht behaupten andere etwas anderes.
Wie sind die Reaktionen ausgefallen?
ML: In den sozialen Medien gibt es anonyme Schreiber, die sich über mich beschweren. Aber mir kann man gerne mit Namen und Telefonnummer schreiben. Ich habe kein Problem mit Kritik. Wer in diesem Business bestehen will, braucht eine dicke Haut. Seit meinen Anfängen gilt: 30 Prozent finden mich gut, 30 Prozent halten mich für ein ******, und der Rest interessiert sich nicht für mich. In den Medien war ich schon der «König von Bern» und zwei Tage später der «Kaiser ohne Kleider». So what?
Und welche persönlichen Reaktionen haben Sie erhalten?
ML: Ich habe rund 250 Whatsapp-Nachrichten bekommen – alle positiv. Besonders gefreut hat mich die Nachricht von Leo (Leonardo Genoni, Anm. d. Red.), der sich bei mir bedankt hat. Es gab sogar Mitarbeitende, die in Tränen ausbrachen.
Wie sehr schmerzt es, den Club in einer sportlichen Krise zu übergeben?
ML: Ich weiss nicht, ob ich das tue. Es kann sich noch einiges ändern. Schaut man das Gesamtbild, gibt es Gründe, warum manches nicht funktionierte. Auch Verletzungen spielten eine Rolle: Acht Spiele mit sieben Spielern unter 23 Jahren, das gab es zuvor nie. Seit wir mehr oder weniger komplett spielen, sieht die Welt anders aus. Die Heimspiele trüben den Eindruck, sechsmal kein Tor – furchtbar.
Als Bub wollten Sie wie Mäni Weber sein. Wie viel Showmaster steckt in ihren 28 Jahren beim SCB?
ML: Viel. Wir sind im Showbusiness tätig – Untergruppe Sport, Untergruppe Eishockey. Während meiner Zeit war immer etwas Hollywood dabei. Nun lese ich, dass es weniger Hollywood sein soll. Das ist doch gut. Jeder soll seinen eigenen Weg gehen und seine Ideen verwirklichen können.
Sie waren bei Ihrer Amtsübernahme 37. Wenn Sie heute auf den jungen Marc Lüthi schauen – was denken Sie?
ML: Huere Penner! (lacht) Ich hatte keine Ahnung, machte Fehler, die auf keine Kuhhaut gehen. Aber ich lernte schnell und zog die richtigen Schlüsse, hatte die richtigen Menschen um mich herum. Fast alle Fehler machte ich nur einmal – aber furchtbare Fehler waren dabei, wie einmal, ohne Trainer dazustehen.
Wie lief das?
ML: Nach Rolf Bachmanns Abgang übernahm ich auch das Amt des Sportchefs. Ich stellte eine Mannschaft zusammen und war stolz, dass noch 150’000 Franken übrig blieben – nur um dann festzustellen, dass ich vergessen hatte, einen Trainer zu engagieren. Ein andermal sprang mir vier Wochen vor Saisonstart ein Ausländer ab. Ich rief den damaligen Spieler Christian Dubé an und fragte ihn, ob er einen Kollegen kenne, der verfügbar sei. Er hatte jemanden: Sébastien Bordeleau.
Dieses Team wurde 2004 Schweizer Meister.
ML: Zuerst ein grosser Dank an Gérald Métroz (Spieleragent, Anm. d. Red.). Er hat mich damals sehr uneigennützig unterstützt. Es war der schönste Titel, weil es mein erster war. Wir sind in Lugano fast durchgedreht, als Mike Maneluk ausgleichen konnte. Dann traf Marc Weber in der Overtime. Ein Journalist jagte mich von der Medientribüne, weil ich vor Nervosität ständig hin und her lief. Also verfolgte ich den Rest vom Medienraum aus. Als ich das Stadion verliess, zündete ich mir eine Zigarette an, bis André Rötheli in voller Montur vor mir stand und ebenfalls um eine Zigarette bat. Ich fragte ihn nur: Was, du rauchst?
Sie haben 21 Trainer begrüsst und verabschiedet. Waren so viele nötig?
ML: Ja, es führte zu sechs Meistertiteln. Der unangenehmste Moment war die Entlassung von Antti Törmänen. Ich mochte ihn. Es tat mir menschlich weh. Es gab Trainer, die ich viel einfacher schickte. Ihn nicht.
Müssten Sie sich bei jemandem entschuldigen?
ML: Gibt es bestimmt, aber da ich jemand bin, der selten zurückschaut, kann ich keine Namen nennen. Wahrscheinlich habe ich es aus Selbstschutz verdrängt.
Bei Schiedsrichter Stéphane Rochette zum Beispiel.
ML: Eher müsste er sich bei mir entschuldigen für den Mist, den er zusammengepfiffen hat. Gegen Davos verhängte er in der letzten Minute zwei Strafen für nichts und wieder nichts. Als er dann vom Eis kam und sich so arrogant verhielt, verpasste ich ihm vor den Augen der Journalisten eine. Die darauffolgende Schlagzeile lautete: «Der Traum aller Schwiegermütter schlägt zu».
Ein andermal verweigerten Sie den Schiedsrichtern das Essen.
ML: Das stimmt so nicht. Ich liess einen Korb mit Bananen in die Garderobe stellen. Es war so: Ich liess ihnen die Ausfahrtstickets wegnehmen, die Garderobentür verschliessen und gab die Anweisung, die Tür nicht mehr zu öffnen. Doch der Sicherheitsverantwortliche bekam weiche Knie und machte trotzdem auf. Ich wurde mit 2500 Franken gebüsst. Ich habe bezahlt, wollte dann aber vom Einzelrichter wissen, ob Bananen etwa kein Essen seien. Formaljuristisch musste er zugeben: Ich hatte recht. Also ein Fehlurteil.
Was werden Sie nun künftig machen?
ML: Das habe ich bewusst offengelassen. Ob journalistische Aufgaben, VR-Mandate oder ein Buch schreiben – ich habe tausend Ideen. Was ich sicher tun werde: im Mai oder Juni eine Woche lang allein verreisen. Das habe ich mit 35 schon einmal gemacht – eine Woche nachdenken. Ich will Zeit für mich haben, um mir klar zu werden, was ich will. Ich möchte weiterarbeiten, weil es mir Freude bereitet. Noch einmal etwas bewegen. Nur noch Golf spielen? Nein, danke!
Wo sehen Sie den SCB in 20 Jahren, oder was wünschen Sie sich?
ML: Ich hoffe, dass die aktuelle Baisse nicht mehr lange anhält. Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass der Club solide dasteht und weiterhin in Schweizer Hand bleibt.
Sie selbst zeigten sich unlängst gegenüber einem Mäzen offen.
ML: Zur Zukunft kann ich mich nicht äussern, das liegt nun in den Händen von Jürg Fuhrer und seiner Crew. Wir haben eine Grundhaltung, die bernisch ist. Ich wurde gefragt, an wen ich meine Aktien verkauft habe. An den Club. Sie werden sie weitergeben. Sicher gehen sie nicht zu Red Bull oder etwas Ähnlichem. Sie wollten uns vor rund 30 Jahren kaufen, nach der Überprüfung kam ein Nein mit der Bemerkung: Viel zu starke Marke.
Sie sind noch Präsident des European Hockey Club, eines Zusammenschlusses europäischer Profi-Eishockeyclubs.
ML: Die Schweizer Clubs haben mich für eine weitere zweijährige Amtsperiode nominiert. Das ist mir auch wichtig. Es kann nicht sein, dass diese Organisation komplett in schwedischer Hand ist. Ich möchte während meiner Zeit einen Nachfolger suchen, dann werde ich mich auch dort zurückziehen.
Dann wollen Sie gar nichts mehr mit Hockey zu tun haben?
ML: Operativ werde ich sicher nicht mehr tätig sein, und ich werde auch für keinen anderen Schweizer Club arbeiten. Aber ich bin offen für gute Ideen. Wenn zum Beispiel eine Anfrage für ein Mandat aus Deutschland kommt, könnte das durchaus interessant sein.
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https://sport.ch/sc-bern/1573089/simon-moser-besitzt-nun-eine-kuenstliche-huefte
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Mich laust der Affe: Tapola zu Ambri….
Kostensparen ole ole…
Kostensparen ole ole…
Zuletzt geändert von Veteran am Mi 28. Jan 2026, 00:10, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Pressemeldungen
Tapola Trainer in Ambri. Quelle Sport.ch